Die
Instrumente
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Drehleier: Die Drehleier (nicht Drehorgel, um Himmelswillen!)
oder auch Spielmannsleier (englisch: Hurdy-Gurdy) ist ein Instrument
des Mittelalters. Allerdings gehe das Prinzip sogar auf die Ägypter
zurück. Die Kreuzritter brachten sie von den Kreuzzügen,
als sie den Heiden Gott einprügeln wollten. So gesehen
waren für uns die Kreuzzüge also ein voller Erfolg.
Die Drehleier gehört zu den Streichinstrumenten (wie Geige
und Cello) und wird mit dem Drehen des Rades gestrichen. Sie
ist ein sogenanntes Borduninstrument, d.h. ein Ton geht immer
durch, wie beim Dudelsack. Inspiriert von Meeresrauschen und
dem Herzschlag. Mittels eines Schnarrsteges und rhythmischem
Schlagen des Rades kann dieser schnarrende Rhythmus erzeugt
werden. Jedermanns Sache ist die Drehleier nicht und von ihr
stammt wohl auch "leiern", also "herunterleiern".
Böse Zungen behaupten sogar, sie sei zur Bekämpfung
der Pest erfunden worden. Aber vielleicht wurde auch wegen
ihr das Rad erfunden... . Meine Drehleier wurde vor ca. 10
Jahren von Obermeier gebaut. Erstanden habe ich sie von Beat
Schenk, einem Drehleierer erster Güte, der mir auch geholfen
hat, das "Handling" zu lernen und einigermassen zu
verstehen. Speziell freut mich natürlich ihr Teufelskopf.
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Helvetische Sackpfeife: Wer
weiss Überhaupt noch,
dass es in der Schweiz Dudelsäcke oder eben Sackpfeifen
gab (gibt)? Es ist das Verdienst von Urs Klauser, (www.tritonus.ch)
dass diese wieder gebaut und gespielt werden. Seit vielen Jahren
ist er unermüdlich dabei, die Geschichte der Helvetischen
Sackpfeife auszugraben und zu verarbeiten. Wir spielen zwei
Modelle: das Berner Modell, das ich besitze, dem Berner Pfeiferbrunnen
(1507) nachgebaut, und das Zürcher Modell, das Markus
besitzt. Auch die Sackpfeife ist Geschmacksache. Im Internet
habe ich sogar Seiten gefunden, wo man Hasstiraden auf Dudelsäcke
einsenden kann. (Ein Tip für geplagte Wohnpartner) Markus
entwickelt sich neuerdings zum "Sackpfeifensammler".
Er hat sich eine wunderbare "Schäferpfeife" von
Andreas Rogge (www.uilleann-pipes.de)
und eine Mittelalter Sackpfeife gekauft. Zwei (oder gar drei?)
weitere sind bestellt! Da kann ich nicht mithalten. Hab mir
bloss eine "Schäferpfeife" in G bei Rogge bestellt.
Die Schäferpfeife ist quasi die deutsche Schwester unserer
helvetischen Ausgabe.
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Busuki: Ursprünglich aus Griechenland, die Iren haben
sie schon Mitte der sechziger Jahre in ihre Volksmusik einbezogen.
Allerdings wird sie in Irland meistens flach-bauchig gebaut.
Meine Busuki stammt aus Amerika (Flatiron). Ich habe sie in
Berkeley (CA) bei Pete Webster, einem liebenswürdigen
Instrumentenfreak gegen meine erste Drehleier eingetauscht.
Ich denke, wir sind heute noch beide glücklich über
diesen "deal".
Tamburiza: Eines Tages
kam Ines Riesco während unserer
Probe vorbei und brachte dieses kleine Instrument in seinem
Köfferchen. Sie hätte es in Bulgarien gekauft, spiele
nicht darauf und möchte, dass jemand damit spiele. Zuerst
wollte ich nicht schon wieder ein neues Instrument. Dann habe
ich ein wenig darauf herumgeklimpert und die Sache nahm ihren
Lauf: ich war hin - und weg. Als wir anschliessend feststellten
wie wunderbar leicht unsere Stücke klingen, wenn sie darauf
begleitet werden, war der Kessel geflickt. "Also, ich
kaufe das Ding." Ines hat mir darauf die Tamburiza gleich
geschenkt! Ich hoffe sehr, dass sie sich freut, die "Kleine" hier
zu hören. Traditionelles, 8-saitiges, doppelchöriges
Instrument aus dem Balkan, etwas grösser heisst es Tambura.
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Krienser Halszither: Auch
so ein schweizerisches Instrument das Gefahr läuft, auszusterben. Dudelsack und Drehleier
haben ihre Szene - nicht so die Halszither. Sepp Bürki
aus Kriens ist der grosse Meister dieses Instruments. Er hat
einige Tonträger aufgenommen und baute vor allem auch
die Instrumente. Allerdings ist er schon Über 70 Jahre
alt. Der Restaurator Marcel Renggli aus Hergiswil hat begriffen,
dass es nun für dieses Instrument "Matthäus
am Letzten" ist. Seit geraumer Zeit sammelt er alles,
was er darüber finden kann: Noten, Instrumente, Geschichte(n).
Es war also wichtig einen neuen Instrumentenbauer für
dieses Ding zu finden. Das erste Modell der Halszither vom
Instrumentenbauer Jon Piguet (www.piguetguitars.com)
hat er für mich gebaut. Er hat sich mit Marcel Renggli
zusammengesetzt und so ein modernes Instrument nach traditioneller
Vorlage gebaut. Das Resultat ist absolut überzeugend.
Eine Dokumentation zum Bau der Krienser Halszither finden Sie
auf seiner Homepage oder unter diesem Link.
Ich habe Sie erst seit November 2003 und darum gibts nur ein
Stück auf dieser CD. Gottlob habe ich früher Banjo
und Mandoline gespielt, das hat mir enorm geholfen. Die seltsame
Stimmung (G D G H D) ist mir aber noch etwas fremd. Die Krienser
Hals-zither scheint ein Abkömmling der Thüringer
Waldzither zu sein und gehört zur Familie der Cistern.
Die tiefste Saite (G) ist einzeln, die Übrigen sind doppelchörig.
Bariton Gitarre: Auch
dies ein Produkt von Jon Piguet. Nach Anleitung von Mathias
Kielholz hat er dieses Instrument gebaut. Es liegt irgendwo
zwischen Gitarre und E-Bass. Dadurch und auch durch seine Technik
erreicht Mathias diese satte Klangfülle
und diesen neuen Sound.
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Fagott: Die ersten Fagotte
gab es schon im 16. Jht. Sie waren aus einem Stück Holz gebaut und wegen dem zarten
Klang wurden sie Dulzian genannt. Heute hat das Fagott vier
Teile und 25 Klappen. Wir finden, dass das Fagott sehr viel
zu unserem besonderen Sound beiträgt. Es übernimmt
oft die Bassfunktion wie eine Tuba, kann aber gleichzeitig
auch "hoch hinaus" und die Melodie oder die 2. Stimme übernehmen.
Catrinas Instrument ist ein "Heckel" (1939) und trägt
noch den Stempel des Dritten Reiches.
Kontrafagott: Das gesamte
Rohr vom Kontrafagott beträgt
knapp 6 Meter und war schon um 1700 bekannt. Da man damals
die Bautechnik zum Biegen des Rohres noch nicht kannte, ragte
es über alle anderen Instrumente hinaus. Seit Ende des
19. Jht. hat das Kontrafagott die auch heute noch übliche
Form. Es klingt eine Oktave tiefer als das Fagott.
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Schalmei: Ein Instrument
des Mittelalters und Vorläufer
der heutigen Oboe. Früher weit verbreitet, oft wurde damit
zum Tanz aufgespielt, dann aus der Mode gekommen und von Klarinette
und Örgeli verdrängt. Schwierig zu spielen und wie
Drehleier und Dudelsack, ein Instrument mit viel "Gebastel".
Früher wohl oft mit auf die Alp genommen und zum Spielen
der Kuhreihen gebraucht. (Vergl. die «eCHo» CD "s
hät deheim en Vogel xunge", dort spielt Markus
gleich zwei dieser seltsam schönen Urmelodien auf der
Schalmei.) Wer die Schalmei nicht kennt ist oft verblüfft,
wie laut und schrill dieses Ding tönt. Man stellt sich
aus Gedichten die "liebliche" Schalmei wohl etwas
sanfter vor. Modell von Bernhard Schermer, Stäfa.
Pommer: Der Pommer ist
die grössere (länger,
tiefer im Klang) Ausgabe der Schalmei. Der Ton wird auch wie
bei Sackpfeife, Schalmei oder Oboe durch ein sogenanntes Doppelrohrblatt
erzeugt. Es gibt Alt-, Tenor- und Basspommern.
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Chlefeli: Ein altes Schweizer
Instrument. Zwei Holzstücke
werden zwischen die Finger geklemmt und durch rhythmisches
Schütteln des Handgelenkes zum "Klappern" gebracht.
Tamalin: Eine viereckige,
tiefe Trommel aus Ghana. Wird mit Händen und Füssen
gespielt.
Brummtopf: Über einen Schmalztopf wird ein Fell gespannt
und darin ein Stock eingebunden. (Ähnlich der brasilianischen "Guica",
die aber sehr hoch klingt,) Nun reibt man mit einem nassen
Lappen kräftig über den Stock und der Topf beginnt
zu "brummen". Früher wohl der Bass der armen
Leute.
Trümpi:
Maultrommel oder Brummeisen. Ein Instrument, das wohl
jeder kennt. Aber Anton Bruhin
hat es hierzulande wieder in Mode gebracht und zeigt,
dass es durchaus ein "richtiges" Instrument
ist und nicht bloss ein lustiger Effekt. Er besitzt
Trümpi's von fast überall und in jeder Façon.
Er hat es sogar zum E.T., dem elektrischen Trümpi,
weiterentwickelt. Wem dieser Klang gefällt, dem
seien Antons CD's (siehe Links:
"Mühliradverlag") und der Film über
ihn wärmstens empfohlen. Auch verdanke ich ihm
viele spannende Gedanken und schätze sein immenses
Wissen.
O-Ton Anton: "Der Grundton
der Maultrommel wird durch die Mundhöhle oder mit
äusseren Resonatoren in seine Teiltöne aufgespalten,
es entsteht ein akustisches Hologramm.Schallwellen
werden einzeln und gebündelt an das Publikum abgegeben.
Um Clusterbildung zu vermeiden, werden die Schallpakete
(Schottisch, Polka, Ländler etc.) in zeitlicher Reihenfolge
nacheinander geschnürt. Die erkennbaren Melodien sind
gewissermassen die hörbare Spitze des Urknalls, dessen
Grollen und Rumpeln uns aber nicht zu stören braucht.
Unser Musik-GPS richtet sich auf die Region Schwyz,
wo Bartli den Most holt."
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